Quelle: Neue Westfälische Tageszeitung                                                                                                             31.01.08

Erst reparieren, dann ersetzen

Durchgerosteter Fahrzeugrahmen am Feuerwehrfahrzeug beschert doppelte Ausgaben

 

VON RALPH MEYER

Bad Wünnenberg-Haaren. Der Bericht des Technischen Überwachungsvereins über eine Sonderprüfung des Gerätewagens Hilfeleistung des Löschzugs Haaren schlug bei der jüngsten Sitzung des Feuerwehrausschusses ein wie eine Bombe.

Der Rahmen des 22 Jahre alten Fahrzeugs ist im hinteren Bereich stark korrodiert. Der Stadt als Feuerschutzträger bleibt nur eine Frist von sechs Wochen, die Schäden zu reparieren, sonst muss das Fahrzeug stillgelegt werden. Der Gerätewagen ist eines von drei Großfahrzeugen im Haarener Löschzug und speziell für technische Hilfeleistungen, vor allem auf den Autobahnen, ausgelegt.


"Das Fahrzeug ist für uns unverzichtbar", erläuterte Gerhard Henke, Leiter der Bad Wünnenberger Wehr, am Montagabend im Ausschuss. Die Kosten für die Reparatur werden auf mindestens 5.000 Euro beziffert, andere Ausschussmitglieder fürchten sogar einen Betrag von rund 10.000 Euro.

Der plötzliche Reparaturbedarf kommt für Wehr und Stadt zur Unzeit, denn das Fahrzeug, das die Wehr vor Jahr vom Technischen Hilfswerk übernommen hatte, sollte sowieso in diesem Jahr durch ein Neufahrzeug ersetzt werden. Doch selbst bei einer Bestellung noch im Frühjahr könnte es mit einer Lieferung des Ersatzfahrzeugs bis zum kommenden Jahr dauern. "Wir kommen an einer Reparatur also nicht herum", erklärte der sachkundige Bürger Ludger Ernesti. Insgesamt hat die Stadt für die Anschaffung des Gerätewagens und eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs mit eingebautem Löschwassertank (TSF-W) für die Löschgruppe Helmern rund 330.000 Euro einkalkuliert.

Eine übergangsweise Verteilung der Hilfeleistungsausrüstung auf andere Haarener Fahrzeuge, wie die Bürgermeister Winfried Menne vorschlug, ist nach Ansicht des Wehrführers unmöglich. Henke wies auch darauf hin, dass mittelfristig weitere Großfahrzeuge, darunter die mehrere hunderttausend Euro teure Drehleiter, ersetzt werden müssen. Ausschussvorsitzender Wolfgang Drabe (SPD) riet, zunächst in die Reparatur des Gerätewagens zu investieren und mit der Bestellung der Neufahrzeuge bis zum Herbst zu warten, da Neufahrzeuge im Herbst oft günstiger zu haben seien. Auf jeden Fall wollen Wehr und Verwaltung bis Ostern bei verschiedenen Herstellern Angebote für die neuen Fahrzeuge einholen.

Bürgermeister Menne äußerte im Ausschuss Kritik an dem "riesigen Fahrzeugpark" der Bad Wünnenberger Wehr von insgesamt 16 Fahrzeugen und forderte die Wehr auf, ein neues Fahrzeugkonzept zu entwickeln, um diese Zahl in Zukunft durch geeignete Mehrzweckfahrzeuge senken zu können. "Bislang wird immer ein Fahrzeug durch ein neues ersetzt", sagte er, "vielleicht kann ja auch mal ein Großfahrzeug zwei ältere ablösen".

 
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